FAQ: Nüchternheit vor OP

Viele Patienten verstehen nicht, warum man für eine Vollnarkose nüchtern sein muss; und warum wir auch bei kleinen Mengen keinen Spaß verstehen. „War doch nur ein Bissen“ gehört da zu den häufigsten Ausreden.

Üblicherweise darf man bis Mitternacht vor der OP noch eine Kleinigkeit essen und bis Sechs Uhr morgens noch klare(!) Flüssigkeiten zu sich nehmen. Klare Flüssigkeit heißt: Wasser, Tee, Kaffee. Keine Milch, keine Säfte.

Warum das Alles? Nicht, weil wir gerne Patienten leiden sehen wollen, sondern zum Schutz des Patienten. Im Rahmen der Narkoseeinleitung fallen alle Schutzreflexe aus und die Muskelspannung fällt weg. Dadurch kann es passieren, dass Mageninhalt hoch läuft und dabei in die Lunge gerät. Das kann schwerste Lungenentzündungen hervorrufen, die im schlimmsten Fall tödlich enden können. Daher sind wir so darauf bedacht, dieses Risiko auszuschalten.

Natürlich ist nicht jede OP planbar, auch Notfälle bekommen eine Narkose, unabhängig vom Zeitpunkt der letzten Mahlzeit. Hier versucht man das Risiko einer Aspiration durch verschiedene Maßnahmen so gut wie möglich zu verringern, allerdings ist diese Art der Narkoseeinleitung nicht so schonend und bietet auch keinen 100% Schutz. Im Notfall geht man dieses Risiko aber ein. Bei geplanten Eingriffen natürlich lieber nicht.

Noch Fragen? Einfach her damit.

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5 Gedanken zu „FAQ: Nüchternheit vor OP

  1. Juliane sagt:

    Ich kann verstehen, dass man nüchtern sein muss.
    Ich hatte jedoch eine Erfahrung damit, di vielleicht nicht ganz so toll war.
    Ich sollte an der Nase operiert werden. Nix Großes, nur die Nasenscheidewand richten.
    Ich sollte um 07 Uhr nüchtern da sein.
    In den OP Saal geschoben wurde ich dann um 13 Uhr.
    Der Grund war wohl der, dass eben vor mir alle, die jünger waren als ich, zuerst drankamen.
    Wenn ich als HNO Arzt weiß, wie viele Personen ich an dem Tag operiere, warum müssen alle zur gleichen Uhrzeit antanzen? Ich mein ich saß 6 Stunden untätig herum, durfte nichts essen und nichts trinken. Da hätte man auch ausschlafen können.

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    • Da spielen mehrere Faktoren rein. Natürlich wäre es für den Patienten angenehmer später zu kommen. Organisatorisch ist das heikel. Was macht man, wenn Patienten nicht erscheinen? Das kommt leider häufig vor, gerade bei Kindern. OP Leerlauf kann man sich aus Kostengründen nicht erlauben. Also bestellt man die Patienten so, dass man Ausfälle kompensieren kann. In großen Häusern mit Notfallversorgung kann zusätzlich immer mal was dringendes dazwischen kommen, weswegen sich der eigene Termin nach hinten schiebt. Das ist für alle Beteiligten unschön, aber leider nicht anders machbar.

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  2. als ich mit 6 an den ohren operiert wurde, war es noch standard, dass man 24h vor der OP zum letzten mal essen und 6-8h vorher das letzte mal trinken durfte.
    erklär das mal nem kind.

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