Fremde Federn

Es gibt so Momente, da glaubt man einfach nichts mehr.

Folgende Situation:

Stationsarzt (A) ruft meinen Oberarzt (OA) an.

A: Wir bräuchten da noch einen ZVK für eine Patientin, periphere Zugänge sind schlecht möglich, bitte schnell erledigen, braucht Infusionstherapie.

OA: Öh, so schnell gehts nicht, wir stehen grad alle im OP fest, aber ich guck, was sich machen lässt.

Was sich machen lies, war mich zu bitten mal zu gucken, ob ich nicht vielleicht doch eine Vene finde und der Dame eine Nadel legen kann, dann könnte man ja schonmal anfangen zu infundieren und den ZVK später machen, wenn er denn dann noch nötig ist. Ich bin also auf die Station gelaufen, hab der Patientin eine mittelgroße Nadel gelegt (War gar nicht so schwer, weiß nicht, wo das Problem für den Chirurgen war) und bin wieder zurück zu meinem OA.

Keine fünf Minuten später klingelt das Telefon abermals:

A: Ja also, weil ihr ja nicht so schnell könnt hab ich der Dame jetzt mal eine periphere Nadel gelegt, damit die Infusion läuft. Aber den ZVK brauchen wir in jedem Fall

Bitte? Wie arm ist das denn, wenn man sich so mit falschen Federn schmücken muss…

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