Feldwebeleignungstest, Tag 1

Die Anreise war für einen Sonntag eingeplant, bis 18:00 sollte ich mich in der benannten Kaserne einfinden. Im Umschlag mit dem Einladungsschreiben findet man außerdem Anfahrtshinweise, eventuell benötigte Unterlagen, einen Gutschein für eine Zugfahrkarte und allgemeine Belehrungen über den ärtzlichen Teil des Verfahrens und Erstattung von Dienstausfall etc. Zwischendrin folgen auch ein paar Tips für diejenigen, die sich für eine Bewerbung interessieren, der Rest bzw. gediente Bewerber können das auch überlesen, (Ex-)Soldaten wissen das.

Ich packte also meine Siebensachen und machte mich auf den Weg in die 40km entfernte Kaserne, in der sich das zuständige Assessmentcenter befand.

Tip: habt an der Wache euer Einladungsschreiben und den Ausweis parat, damit ihr nicht lange kramen müsst. Die beiden Sachen sind eure Eintrittskarte in die Kaserne. Auch wenn ihr das Gelände während des Aufenthalts verlasst, packt das ein, sonst lässt man euch nicht mehr rein.

Die Wache hinter mir gelassen und mit einer Wegbeschreibung versehen machte ich also nach gut sieben Jahren meine ersten Schritte auf Kasernenboden. Im Unterkunftsgebäude angekommen hieß es erstmal anmelden. Zu meiner Verwunderung musste ich feststellen, dass hier fast ausschließlich zivile Mitarbeiter tätig sind, während der drei Tage traf ich lediglich auf drei Soldaten, die hier Dienst taten.

An der Anmeldung wurde ich freundlich begrüßt, erhielt eine Laufmappe, allgemeine Informationen zum Ablauf des Abends und meine Stubennummer.

Tip: genau zuhören, Regeln, Uhrzeiten und Orte merken, zu spät kommen ist nie gut. Regelverstöße schon gar nicht. Letzlich darf man nicht vergessen, dass es sich hier um ein Bewerbungsverfahren handelt. Ihr wollt nicht negativ auffallen.

Als erstes hieß es die Stube zu beziehen, kurzes Kennenlernen der Kameraden, mit denen man sich die Bude die nächsten Tage teilt und dann zügig wieder unten Antreten zur Abendverpflegung. Angenehm überrascht war ich hier von der Vorbereitung der Zimmer. Man hatte uns schon Bettwäsche, ein Spindschloss und einen Lutscher auf die Betten gelegt. Nichts mehr wie damals, Wäsche empfangen und durch die Gegend schleppen. Man bat lediglich darum die Wäsche am Abreisetag frühs abzuziehen und abzugeben. Luxus.

Zum Abendessen führte uns ein Mannschafter, damit wir die Örtlichkeiten kennen lernen konnten. Die weiteren Mahlzeiten sollten dann selbstständig eingenommen werden. Verpflegt wurden wir kostenfrei im Mannschaftsheim, da die Truppenküche Wochenends geschlossen ist. Nach dem Abendessen gab es kurz Gelegenheit sich zu organisieren, eine zu Rauchen oder was auch immer man in den zehn Minuten anstellen wollte. Im Anschluss folgte die offizielle Begrüßung, eine nochmalige kurze Einweisung in die übrigen relevanten Räumlichkeiten, einen kurzen Abriss über die Planung für den zweiten Tag und etwas Papier zum Ausfüllen. Zum Einen für jeden der Anwesenden einen biografischen Fragebogen, in dem ein paar Fragen zu persönlichen Ansichten, zu familiärem Hintergrund, schulischem und beruflichen Werdegang gestellt wurden. Zum Anderen den Vordruck für die Fahrtkostenabrechnung für diejenigen, die, wie ich, die angebotene Zugfahrkarte nicht genutzt hatten.

Nach Abgabe der Papiere war der Tag beendet, die restlichen zwei Stunden bis zur Nachtruhe durften frei genutzt werden.

Tip: haltet euch an die Nachtruhe. Zum einen wollt ihr am nächsten Tag ausgeruht und -geschlafen an die Eignungsfeststellung gehen, zum anderen auch hier nicht negativ durch Lärm auffallen und außerdem seid ihr nicht alleine da. Wenn ihr schon keine Lust auf Schlafen habt, die anderen wollen vielleicht. Natürlich heißt Nachtruhe nicht, dass man nicht mehr aufs Klo darf oder sowas. Es geht einfach nur darum, dass man sich ruhig verhält und keinen stört.

Weiter gehts im nächsten Teil mit dem zweiten Tag.

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