Zusammenfassung Einführungswoche

Letzte Woche wollte ich viel mehr bloggen, kam aber wegen der vielen Eindrücke nicht wirklich dazu. Ich bitte mir das nachzusehen.

Letzten Montag ging es direkt in die Materie mit einem Naturwissenschaftlichen Vorkurs. Der Besuch ist keine Pflicht, bietet sich aber natürlich für Leute wie mich, die seit Jahren aus dem Lernen und der Schule raus oder beruflich qualifiziert sind an. Im Schnelldurchlauf werden mathematische, chemische und biologische Grundlagen wiederholt, letztlich sollen alle zum Einstieg auf Abitur-Grundkursniveau kommen. Gehalten wird der Vorkurs von Studenten der medizinischen Hilfswissenschaften, vulgo: Bachelor/Master aus den Fächern Bio, Chemie und Physik in Zusammenarbeit mit den Unterrichtsbeauftragten Professoren der Fächer. Dementsprechend war die Qualität der Vorlesungen schwankend. Nicht jeder ist gut im Unterrichten. Aber das ist an Universitäten wie auch in der Schule immer so. Eine gewisse Eigenleistung muss erbracht werden, an der Uni noch mehr als an der Schule.

Am Dienstag gab es dann die offizielle Begrüßung durch die Fakultät und die Fachschaft, ein Jahrgangsfoto und einen etwas alkoholhaltigen Rundgang über den Campus um die wichtigen Gebäude kennen zu lernen und die Orientierung auf dem Campus zu haben. Außerdem hatte man noch die Möglichkeit an einer Führung durch die Uni-Bibliothek teilzunehmen. Am Nachmittag dann wieder Vorkurs Bio/Chemie und direkt im Anschluss eine Kneipentour durch die Stadt.

So ungern ich an Kneipentouren teilnehme, ich habe mich durchringen können und habe es nicht bereut. Man lernt viele Leute kennen und kann so erste Kontakte knüpfen, die für den weiteren Studienverlauf unerlässlich sind.

Der Mittwoch startete langsam, mit einem späten Frühstück, das von der Fachschaft organisiert wurde. Viele waren hier nicht zu sehen, die meisten dürften noch mit ihrem Kater beschäftigt gewesen sein, wirklich berauschend war es auch nicht. Ich hab letztlich drei Kaffee getrunken und vom Essen abstand genommen, hat mich nicht zu angemacht.

Gegen Mittag ging es wieder in den Hörsaal, die Fächer des vorklinischen Abschnitts wurden von den jeweiligen Unterrichtsbeauftragten vorgestellt. Am Nachmittag folgte nochmal etwas Mathe.

Am Donnerstag ging es für uns das erste Mal in die Klinik. Kurze Führung über das Gelände der Uniklinik, anschließend wurden ein paar klinische Fächer exemplarisch vorgestellt und die Fachschaft bzw. studentische Arbeitsgruppen gaben ein paar Infos raus.

Der komplette Nachmittag war voll mit Chemie und Bio, zum Ausklang am Abend fand die Erstiparty/Vorklinikparty statt.

Freitags, zum Ausklang der Woche nochmal einen halben Tag Mathe und Chemie.

Damit endet die Einführungswoche. Mein Wochenende hab ich damit verbracht die Inhalte des Vorkurses nochmal durchzuarbeiten und mich in die Naturwissenschaften wieder einzuarbeiten. Interessanterweise bereitet mir die Mathematik die wenigsten Probleme, obwohl ich da in der Schule am schlechtesten war. Chemie ist das wahre Arschloch. Kleine Nervigkeit am Rande: wir dürfen keine Taschenrechner benutzen, es muss alles händisch bzw. im Kopf gerechnet werden. Das ist für kleinere Sachen noch ganz lustig, spätestens bei der Teilchenzahl, wenn man irgendwelche Zahlen mit fünf Nachkommastellen mal zehn hoch irgendwas miteinander multiplizieren muss macht das keinen Spaß mehr. Ich nehme das zwar so hin, was soll ich auch machen, aber mir fehlt etwas das Verständnis dafür. Die Naturwissenschaftler, die das von uns verlangen rechnen nämlich in ihrem Studiengang mit Taschenrechnern und keiner käme auf die dämliche Idee sich das Leben schwerer zu machen und das Ergebnis herauszuzögern, indem man auf Papier rechnet. Außerdem wird das Ergebnis dadurch automatisch ungenauer, da man irgendwo einen cut macht und nicht sämtliche Stellen mitnimmt, wie es der Taschenrechner machen würde. Aber was solls, ich baue meine Kopfrechenskills aus und denke einfach nicht weiter drüber nach.

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4 Gedanken zu „Zusammenfassung Einführungswoche

  1. Rena sagt:

    Wenn Du Anschluss in der neuen Stadt (auch außerhalb vom Campus) finden möchtest: schau doch mal im „Gesichtsheft“, ob es da eine Gruppe „Neu in ‚Name_der_Stadt in der Du Dich aufhälst‘ “ gibt. Hier in meiner Stadt gibt es so ne Gruppe und man kann schnell Anschluß finden (wobei „Freundschaften“ für mich immer noch was anderes sind.

    LG Rena

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  2. Danke für den Hinweis. Diese Gruppen sind mir bekannt, aber nicht nötig. Ich kenne hier schon länger einige Leute, die Stadt ist mir auch bekannt. Mein Studienort ist quasi vor der Haustür meiner Heimat. Ich bin hier nur so „Semi-Neu“ 😉

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  3. Alex sagt:

    Als jemand aus den Hilfswissenschaften (promovierter theoretischer Physiker) der auch noch Mediziner und BWLer unterrichtet hat, kann ich Dir den Hintergrund sagen, warum Ihr per Hand (oder noch besser im Kopf) rechnen müsst. Ich hab hunderte Klausuren und Übungsaufgaben korrigiert, und es ist unglaublich, welche Fehler dank Taschenrechner blind aufgeschrieben werden. Das läuft dann (fast nicht übertrieben) so ab:

    Frage: Der Patient nimmt 5 Tage jeden Tag eine Tablette mit 400mg Paracetamol ein. Wieviel Paracetamol hat er insgesamt eingenommen?
    Antwort: 2000g

    Ihr sollt vor allem ein Gefühl für die Zahlen entwickeln. Ehrlich gesagt, die Genauigkeit ist völlig Wurscht, Ergebnisse mit mehr als 2 Nachkommastellen glaubt Dir eh keiner. Immer dran denken, 59,3452189% aller medizinischen Arbeiten versuchen mit übertriebener Genauigkeit ihre Glaubwürdigkeit zu steigern… 🙂

    Viel Spass und Erfolg im Studium, ist eine klasse Zeit.

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    • Danke für deinen Hinweis. Das mit den Hilfswissenschaften war übrigens nicht abwertend gemeint, falls das so verstanden worden sein sollte.
      Natürlich können einem Übertragungs- und Leichtsinnsfehler mit Taschenrechner passieren. Aber die passieren mir sicher auch, wenn ich in Chemie die Teilchenanzahl berechne und irgendwelche absurden Zahlen wie (2,798*10^-18)*(6,022*10^23) im Kopf rechnen soll. Dafür nutzen auch die Chemiker und Physiker einen Taschenrechner. Zumindest mein Bruder, der auch eins dieser Fächer studiert hat mich ziemlich schräg angeguckt deswegen.

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