Was macht man eigentlich in…?

PHYSIK

Oh, Gott, Physik. Das Hassfach der meisten Schüler, Subjekt schlafloser Nächte, verhauener Klausuren und eins der liebsten Abwahlfächer. Wer dachte, dass er nach dem Abi endlich Ruhe hat, hat Pech. In der Vorklinik trifft es einen wieder, mit voller Härte. Die kompletten Grundlagen der Physik werden irgendwie in ein Semester geklemmt und am Ende wartet die Klausur. Nicht zu vergessen: im Physikum – oder der ersten ärztlichen Prüfung, wie es eigentlich heute heißt – wird es nochmal abgefragt.

Inhalte: wie gesagt, die Grundlagen der Physik. Grundsätzlich beherrschen sollte man die Mathematik der Mittelstufe und Teile der Oberstufe, wie (partielle) Ableitungen und Integrale. Vorausgesetzt wir der sichere Umgang mit Gleichungen und -systemen, Exponentialfunktionen und Logarithmen, Vektoren, Brüchen und allem anderen, was man schon damals gehasst hat. Dafür bekommt man eine Vorlesung, in der einem die theoretischen Grundlagen vermittelt werden, garniert mit ein paar Experimenten zur Veranschaulichung, ein Seminar, in dem ein gelangweilter und bisweilen mies vorbereiteter Physikstudent einem Rechenbeispiele liefert und ein Praktikum, in dem man selbst Versuche durchführen muss.

Das Ganze gliedert sich jeweils wochenweise in Themenblöcke, die in den drei Veranstaltungen einigermaßen parallel behandelt werden, sodass man, wenn man alles besucht (Vorlesung und Seminar sind keine anwesenheitspflichtigen Veranstaltungen) eine ganz gute Chance hat zu kapieren, was man tun soll.

Die einzelnen Themen sind:

Optik: wie funktionieren Linsen und damit letztlich das Auge, Mikroskope und andere optische Bauelemente, wie bestimmt man Brennweiten, wie korrigiert man Sehfehler und was sind Abbildungsmaßstäbe.

Mechanik: Newton! Newton! Newton! Verständnis der klassischen Mechanik, Kinematik, Dynamik, schiefe Ebene, Arbeit, Energie, Leistung, Rotationsbewegungen, Massebestimmungen, Erdbeschleunigung.

Elektrotechnik: Strom, Spannung, Widerstand, elektrische Bauelemente, Elektrostatik, Parallel-/Reihenschaltung, Leitfähigkeit

Fehlerrechnung: kein Teilbereich der Physik im klassischen Sinne, ist aber hier mit verpackt um den Studenten Methoden an die Hand zu geben, wenn sie in wissenschaftlichen Arbeiten Fehlerbetrachtungen anstellen müssen und zum Verständnis von statistischen Angaben

Kalorimetrie: Wärme, Wärmekapazität, Temperatur, Energieerhaltung, ideale Gase, in der Medizin nicht ganz uninteressant, sollte man grundlegend verstanden haben

Schall: Schallwellen, Interferenz, stehende Wellen, Resonanzen, Ultraschall

Viskosität/Fluidmechanik: Oberflächenspannung, Kapillarität, Viskosität, paar physikalische Gesetze zum Thema

Licht/Strahlung: EM-Strahlung, Röntgen, Radioaktivität, Dosimetrie, auch kein uninteressanter Punkt, auch wenn man nicht Radiologe wird, Interferenz, Polarisation, Auflösungsvermögen von optischen Instrumenten, Absorption, Beugung

Insgesamt viele Formeln und Gesetze auswendig lernen und reproduzieren können. Wichtig ist hier aber auch ein gewisses Grundverständnis zu entwickeln. Das reine Auswendiglernen hilft nur bedingt, da man in den Prüfungen die Formeln anwenden können muss. Man muss also verstanden haben worum es geht und was wie funktioniert, sonst fliegt man auf die Schnauze. Im Gegensatz zu anderen Fächern hilft das blinde büffeln hier also nicht. Keine Sau fragt nur nach F=m*a oder 1/f=1/b+1/g oder U=R*I.

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