7:40

Wie erwartet blieb der Rest der Nacht ruhig. Schlafen konnte und wollte ich nach dem Schockraum nicht mehr, dass hätte mich letztlich müder gemacht als das wach bleiben, also hab ich die restliche Zeit mit Gesprächen mit Kollegen von der Notaufnahme und dem Rettungsdienst rumgebracht. Ist auch mal ganz schön sich nicht nur zwei Minuten zwischen Tür und Angel unterhalten zu können, vor allem jetzt, nachdem ich ja nur noch selten in der Klinik vorbei komme.

Für einen kleinen interessanten Moment hat es aber noch gereicht. Das wäre was für Sash, den tollsten Taxiblogger im Netz gewesen. Ich war gerade auf dem Rückweg vom RTW Haltepunkt zu meinem Zimmer um meine Sachen zu holen, als mich ein etwas verwirrter Taxifahrer fragte, wo denn hier die Notaufnahme sei, er hätte da einen Kunden abzuholen. Der Fahrer war, zumindest laut Taxi, auch von hier und nicht aus dem Umland, weswegen es mich verwundert hat, dass er das nicht wusste. Ich dachte Orte wie Krankenhäuser wären fester Bestandteil der Ortskundeprüfung und außerdem ist die Notaufnahme hier auch nicht gerade unauffällig beschildert. Natürlich hab ich dem guten Mann begleitet und auch schnell noch in der Aufnahme die Patientin ausfindig gemacht, die er mitnehmen sollte. Ich hab ja Zeit und bin grundsätzlich ein netter Geselle. Und diese Lotsenfahrt gabs sogar gratis. 😉

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2 Gedanken zu „7:40

  1. Sash sagt:

    Das ist natürlich von Ort zu Ort unterschiedlich, aber hier in Berlin sind die Notaufnahmen der Krankenhäuser wie alles eben Teil von „Ja, wäre schön, wenn man das alles wüsste, aber …“
    Hier sind Kliniken Teil der Ortskundeprüfung, allerdings nur eine Auswahl und bei weitem nicht alle. Ganz abgesehen davon, dass sich das tatsächliche persönliche Wissen dann oft nochmal auf bestimmte Ortsteile konzentriert. Es ist in Anbetracht der potenziellen Wichtigkeit im Notfall nicht toll, eine Notaufnahme nicht zu kennen, im Alltag ist das aber zumindest bei mir ebenso weit hinten wie „die beste Dartkneipe in Spandau“, „ein leckerer Döner in Kreuzberg“ oder die Klara-Kennstenich-Straße in Dorf hinter der Grenze. Man lernt sie kennen, merkt sie sich, vergisst sie wieder …

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    • Mein Arbeitsort ist, von der Größe, natürlich nur ein Bruchteil von Berlin. Nichtmal ein Zehntel der Einwohner. Lustigerweise ist auch direkt gegenüber dem Eingang eine Taxihalte.
      Ansonsten, klar, man kennt nie alles, aber zwei Notaufnahmen in einer Stadt? Die gehen denke ich gerade noch so.
      Dabei fällt mir gerade der Taxifahrer ein, zu dem ich mal gestiegen bin. Ich wollte auch zum Krankenhaus, aber nicht an eine bestimmte Stelle, weswegen ich als Ziel nur allgemein die Einrichtung nannte. Ich musste den Fahrer dann lotsen. Den Weg zu einem Krankenhaus gar nicht zu kennen ist dann allerdings schwach.

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