Semesterstart

Die ersten zwei Vorlesungstage sind durch. Dieses Semester hat deutlich mehr Potential interessant zu werden als das erste. Die Fächer sind einfach näher am Arztberuf dran, es werden deutliche Bezüge in die Praxis hergestellt und teilweise sogar Fallbeispiele aus dem „echten Leben“ gebracht. So macht das deutlich mehr Spaß als die trockene Theorie letztes Semester.

Allerdings sind die Inhalte auch deutlich komplizierter. Es ist jetzt schon abzusehen, dass es definitiv schwerer wird und die Inhalte umfangreicher sind. Das wird auch der Grund dafür sein, dass wir dieses Semester nur drei prüfungsrelevante Fächer haben.

Der andere unschöne Aspekt ist die massive Überplanung der Vorlesung. Von dem Problem, dass zu viele Studenten sich um zu wenige Sitzplätze in den Hörsälen streiten ist ja nichts neues. Im ersten Semester war das hier nicht so wahrzunehmen, weil wir alle Veranstaltungen nur semesterintern hatten, abgesehen von einer Handvoll Zahnmedizinern in der ein oder anderen Vorlesung. Jetzt haben wir auch semesterübergreifende (und teilweise fachübergreifende) Fächer, weswegen wir den 180 Platz Hörsaal teilweise mit über 400 Personen besetzen müssen. Das macht überhaupt keinen Spaß. Wer nicht mindestens 25 Minuten vor Beginn da ist kann einen regulären Sitzplatz abhaken und gucken, wie er klarkommt, mit Skript, Block und Mitschrift. Die Professores beteuern zwar, dass sie nichts dafür können und es erfahrungsgemäß ohnehin im Laufe des Semesters besser wird, weil die Hörerzahl abnimmt, ich finde aber, dass das kein Argument ist.
Jeder ordentlich immatrikulierte Student hat ein Anrecht auf eine korrekte Lehre. Dazu gehört auch nicht drei Stunden im Hörsaal stehend mitschreiben zu müssen. Da muss die Uni dafür sorgen, dass entweder ein ausreichend großer Raum zur Verfügung steht, die Verantstaltung als Livestream irgendwo übertragen wird oder – schlechteste Lösung – weniger Studenten aufgenommen werden, wenn man sie nicht unterbringen kann. Aber es ist eine Lüge, dass die Profs daran nichts ändern können. Natürlich haben sie keinen Einfluss darauf, wie viele Studenten aufgenommen werden. Aber sie haben sehr wohl einen Einfluss auf die Räumlichkeiten oder die Modalitäten der Lehre. Sie haben schlicht oftmals kein Interesse sich darum zu kümmern. Warum auch, es regelt sich ja von selbst, weil die Studenten irgendwann frustriert aufgeben und einfach nicht mehr hingehen.

Zum Glück sind die Pflichtveranstaltungen besser geplant.

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2 Gedanken zu „Semesterstart

  1. Folfoxiri sagt:

    Die Frage ist, wie viel in so einem Umfeld überhaupt noch effektiv gearbeitet und Notizen gemacht werden kann… Eine weitere Frage ist, ob dies den Sicherheitsstandards entspricht, 400 Personen in einen Hörsaal für 180 Personen zu stopfen… Der Uni ist wahrscheinlich ja schon im Vorneherein bekannt, wie viele Studenten ungefähr kommen werden und könnte ja dementsprechend planen…
    An meiner Uni gab es vor kurzem auch ein leichtes Platzproblem, da die Anzahl Studienplätze erhöht wurden. Da dies ja aber bekannt war, wurden extra 2 Hörsäle umgebaut, wenn diese nicht zur Verfügung stehen, gibt es Videoübertragung. Allerdings scheint dies ein Luxus meines Studiengangs zu sein, von den Jus-Studenten derselben Uni werden Zustände berichtet, die in nichts den obigen nachstehen…
    Scheint also ein weit verbreitetes Problem zu sein…
    Herzliches Beileid und trotzdem viel Freude im Studium von einer ebenfalls Medizin-Studierenden…

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    • Man hat für dieses Semester 30% mehr aufgenommen als man sonst hatte. Aber auch wenn man die übliche Zahl aufgenommen hätte, wäre der Saal zu klein. Es ist einfach fehlgeplant. Eine Videoübertragung lehnt man aufgrund „urheberrechtlicher Gründe“ ab. Man könnte dann ja die Vorlesung filmen…

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