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Geht doch

Als hätte jemand meinen Rant über das mangelhafte Niveau des Einführungsseminars gelesen. Heute waren die Inhalte durchaus etwas tiefgehender, aber immer noch nichts, was man nicht auch schon kennt, wenn man aus der Pflege kommt, was ich einfach schade finde. Ich möchte nicht einfach nur Untersuchungsmethoden runtergerattert bekommen, ich mochte auch alles drumherum wissen. Das, was uns hier präsentiert wird könnte ich im Zweifel auch einfach durchlesen und hätte den gleichen Lerneffekt. Ich hoffe, dass der Praxistag uns da etwas weiter bringt, denn die Vorlesung wird es nicht schaffen. Dafür sind insgesamt einfach zu wenige Termine angesetzt.

Ich bleibe dabei: da hätte man für Studenten mit pflegerischem Hintergrund den Schein direkt ausstellen sollen und außerdem hätte der Kram ins erste Semester gehört, zumindest anteilig, sodass die Kommilitonen, die noch ins Pflegepraktikum müssen, etwas an die Hand gegeben bekommen und nicht völlig ahnungslos auf die Station laufen.

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Was macht man eigentlich in…?

EINFÜHRUNG IN DIE KLINISCHE MEDIZIN

Klang für mich interessanter als es eigentlich ist. Angesetzt im letzten vorklinischen Semester soll es die Studenten auf die Arbeit in der Klinik vorbereiten und grundlegende Maßnahmen vermitteln. Dazu gibt es mehrere Vorlesungen die die Theorie hinter Blutdruckmessung, Puls auszählen, Patientengespräch und anderen Basics der Anamnese präsentieren und am Ende noch einen Praxistag an dem alle Maßnahmen geübt werden. 

Die Idee ist top, schließlich wäre es blöd völlig unwissend in die ersten Famulaturen zu gehen. Sinnvoller wäre es aber gewesen das schon früher zu machen, damit man nicht ohne Ahnung in das Pflegepraktikum geht, denn das haben ja bis zum vierten Semester ohnehin alle schon hinter sich. Und für den nicht kleinen Anteil Pflegekräfte und Rettungsdienstler im Studium ist das alles ein alter Hut und man sitzt völlig gelangweilt da drin. 

Schade, denn das hätte wirklich interessant werden können. Oder man hätte die, die aus der Praxis kommen von der Veranstaltung entheben und den Schein direkt ausstellen können. Aber das ist ja ein bekanntes Problem im Studium. Während die Zahnmediziner, die mit Latinum aus der Schule kommen den Schein für Terminologie automatisch bekommen, müssen wir das Fach trotzdem besuchen. 

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Was macht man eigentlich in…?

BIOCHEMIE

Die Biochemie baut auf den Naturwissenschaften des ersten Semesters auf. Wissen um die Zellen aus der Biologie, chemische Vorgänge und ein paar physikalische Grundsätze sind nötig um BC zu verstehen. Inhaltlich dreht sich alles um den Stoffwechsel im Organismus. Dementsprechend beschäftigt man sich mit

  • Aminosäuren, Peptide und Proteine, deren Auf-, Ab- und Umbau und Bedeutung im Körper
  • Fette
  • Kohlenhydrate
  • Energiestoffwechsel (β-Oxidation, Ketonkörper, Glukoneogenese, Citratzyklus, Atmungskette)
  • Molekulargenetik

Klingt jetzt nicht nach übermäßig viel, ist aber doch jeweils sehr umfangreich, wenn man alle Zusammenhänge behandeln möchte.

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Was macht man eigentlich in…?

BIOLOGIE

Bio für Mediziner wirkt zu beginn wie ein gut schaffbares Fach. Im Grunde ist es das auch, man glaubt nur zwischendrin irgendwann nichts mehr zu verstehen. Es ist ziemlich viel Stoff, der gelehrt und auch abgefragt wird. Verglichen mit dem, was das IMPP im Physikum verlangt, zumindest.

Worauf kann man sich einstellen? Erstmal so ziemlich alles, was irgendwie mit Zellen zu tun hat. Allgemeiner Zellbegriff, Zelltypen und so weiter. Dann folgen zelluläre Strukturelemente. Also alles, was man so in Zellen findet. Angefangen von der Membran über die einzelnen Organellen, deren Aufbau und Funktion und was sonst noch so in, an und um Zellen existiert. Kurz angesprochen werden Zellkontakte und Kommunikation und Zelltod. Deutlich mehr Zeit geht für den Zellzyklus, also Mitose und Meiose drauf. Wer es in der Schule schon gehasst hat und sich die einzelnen Stadien (Wie war das bei der Meiose I?) nicht merken konnte hat hier schlechte Karten.

Der zweite Teil der Veranstaltung besteht aus Genetik. Erbgänge, Erbgänge, Erbgänge! Dazu noch ganz viel DNA, RNA, Gene, Allele und Chromosomen. Hier werden auch verschiedene Mutationen und genetische Erkrankungen angesprochen. Außerdem findet die Geschichte und der aktuelle Stand der Gentechnik Raum.

Dazwischen eingestreut wird noch etwas über Bakterien und Viren gemacht.

Garniert wird das Praktikum durch Mikroskopieren von mehr oder weniger uralten Präparaten auf denen man manchmal nur mit Glück etwas erkennen kann. Eigentlich kann man immer nur mit Glück etwas erkennen, denn selbst auf den guten ist manchmal nicht klar, was wir eigentlich sehen sollen. Im Rahmen der Genetikpraktika werden noch DNA Versuche gemacht, in Form von Ausfällen der eigenen DNA aus Schleimhautzellen und Gelelektrophorese von DNA Proben zur Krankheitsbestimmung.

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Was macht man eigentlich in…?

CHEMIE

 

Ah, die Chemie. Eins der klassischen Siebfächer der ersten zwei Semester. Nicht, weil die Uni das unbedingt wollte, sondern weil es ziemlich viel Kram in kurzer Zeit ist. Inbegriffen in die Gesamtveranstaltung ist neben einer Vorlesung und einem Begleitseminar auch ein Praktikum.

 

Welche Themen werden nun behandelt? Im Grunde: Alles! Die Chemiker werden nun sicherlich lachen, von Medizinerseite aus betrachtet ist es aber so. Das Semester beinhaltet:

  • Grundlagen Atombau, Orbitalmodell, Elektronenhülle, etc
  • Chemische Bindungen
  • Chemische Reaktionen
  • Stöchiometrie
  • Aggregatzustände
  • Energetik
  • Säuren, Basen, Puffer
  • RedOx-Reaktionen
  • Metallkomplexe
  • Aliphaten
  • Aromaten
  • Funktionelle Gruppen von Aromaten und Aliphaten
  • Organisch-chemische Reaktionen
  • Carbonylverbindungen
  • Stereochemie
  • Aminosäuren
  • Kohlenhydrate

Im Praktikum findet das Ganze dann Anwendung in verschiedenen einfachen (Maßlösungen herstellen) und schwereren (Synthese von Acetylsalicylsäure) Versuchen

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